Fenster putzen ohne Streifen: Was bei mir funktioniert

Fenster putzen ist eine dieser Aufgaben, die man im hektischen Alltag erstaunlich lange ignorieren kann. Es ist keine Aufgabe, die sofort Konsequenzen führt, wenn man sie nicht erledigt. Was man im Winter also lange irgendwie verargumentiert bekommt (“Es ist so kalt”, Es regnet eh und dann werden die Scheiben wieder dreckig”), zeigt sich bei den ersten Sonnenstrahlen in seiner ganzen schmierigen Herrlichkeit. Und spätestens dann kommen wir nicht mehr drum herum. Es gibt viele Methoden, Fenster zu putzen. Viele davon habe ich über die Jahre getestet, aber nur diese drei funktionieren für mich.

Einige der Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.

Beginnen wir mit den

Basics beim Fensterputzen:

  • Wetter: Dass man die Fenster nicht bei strömendem Regen putzt, versteht sich von selbst. Auch, wenn Regen angesagt ist, ist es vielleicht ratsam, abzuwarten, damit die Tropfen die frische Arbeit nicht direkt wieder zunichtemachen. Direkte Sonne ist auch ungünstig: Die Scheibe wird warm, der Reiniger trocknet zu schnell und es bleiben Streifen. Auch kann es passieren, dass du durch die Sonneneinstrahlung beim Arbeiten nicht sofort siehst, wo noch Schmutz oder Streifen sind. Steht die Sonne später anders, musst du nachpolieren oder direkt das ganze Fenster neu putzen. Also lieber auf bewölktes Wetter warten, oder direkt früh morgens putzen.
  • Groben Schmutz vorab entfernen.
  • Babybrei und Hundeschnodder auf der Innenseite oder Pollen und Ablagerungen auf der Außenseite. Groben Schmutz – besonders solchen mit festen Partikeln wie in manchem Staub – solltest du auf keinen Fall auf der Scheibe hin und her reiben, denn das gibt Kratzer. Entferne den Schmutz zuerst mit einem warmen, feuchten Lappen. Und wenn du schon dabei bist, wische die Rahmen gleich mit. Wie oft du die Rahmen mitmachst, hängt davon ab, wie regelmäßig du putzt.
  • Sauberes Putzmaterial
  • Dass schmutzige Lappen ein Fenster nicht streifenfrei säubern, ist logisch. Aber auch ein Lappen, der vom Fensterreiniger tropfnass ist, wird Streifen und Schlieren hinterlassen. Nutzt du deine Lappen auch, um z.B. mal Essensreste aufzuwischen, sind sie evtl. noch fettbehaftet und – du ahnst es – schmieren folglich auf dem Fenster. Ebenso verhält es sich mit Lappen, die mit Weichspüler gewaschen sind. Am besten nutzt du immer dieselben Tücher, und die nur für die Fenster. Wasche sie so heiß es geht und verzichte auf Weichspüler. Tausche sie gelegentlich aus, wenn sie nicht mehr gut sind.
  • Fensterreiniger: Weniger ist mehr
  • Zu viel Reiniger ist einer der häufigsten Gründe für Schlieren. Er durchtränkt deinen Lappen schneller und wird dann mehr verteilt als aufgenommen. Deshalb nimm lieber weniger Reiniger als du für nötig hältst und dosiere ggf. nach. Das bringt nicht nur bessere Ergebnisse, sondern ist auf Dauer nachhaltiger und besser fürs Portemonnaie.
  • Kanten und Rahmen nicht vergessen
  • Die mache ich am liebsten zuerst. Andernfalls laufe ich Gefahr, beim Putzen den Schmutz vom Rand mit dem Tuch aufzunehmen und über die Scheibe zu ziehen. Schlimmer noch: Der Schmutz bleibt im Lappen und erschwert das Putzen ungemein.
  • Arbeite in gleichmäßigen Bewegungen.
  • Und zwar am besten von oben nach unten, von links nach rechts in überlappenden Bahnen. Gleichmäßige, überlappende Bahnen helfen mehr als man denkt: Du behältst den Überblick und verhinderst, dass Ränder antrocknen.
  • Nutzt du einen Abziehen, wische ihn regelmäßig ab, damit er keinen Dreck verteilt oder tropft. Auch deine Putzlappen sollten gewechselt werden, sobald sie zu feucht sind, sonst putzen sie nicht effektiv und verteilen nur Schmutz bzw. Reiniger.
  • Trocken nachpolieren
  • Wenn nötig – und das ist es meiner Meinung nach eigentlich immer – sollten feuchte Stellen am Ende mit einem sauberen, trockenen und fusselfreien Tuch final abgetrocknet werden, damit keine Flecken oder Streifen zurückbleiben.

Kurz gesagt: Sauber arbeiten, sparsam dosieren, systematisch vorgehen.

Wenn du diese Grundregeln einhältst, ist die Methode eigentlich Geschmackssache. Trotzdem habe ich in den verschiedenen Phasen meines Lebens diverse Methoden getestet und kann drei empfehlen. Vor – und Nachteile liste ich weiter unten auf.

  1. Der informierte Spartaner: Von meiner Mutter habe ich gelernt, dass die Tusche auf Zeitungspapier fettlösend ist. Sie hat mir beigebracht, die Fenster für streifenfreien Glanz mit Zeitungspapier zu putzen. Du sprühst  Glasreiniger sparsam auf die Scheibe und wischst ihn mit zerknülltem Zeitungspapier in gleichmäßigen Bewegungen wieder ab. Wichtig: Nimm raues Zeitungspapier, keine glänzenden Prospekte, sonst wird der Reiniger nur verteilt und nicht aufgesogen.

Vorteile dieser Methode:

  • Sehr günstig (Zeitung ist oft gratis)
  • Fusselfrei – deutlich besser als Küchenrolle
  • Gute Polierwirkung → kann schönen Glanz erzeugen
  • Kein zusätzliches Equipment nötig

Nachteile:

  • Schlierenrisiko, wenn zu viel Reiniger verwendet wird
  • Zeitung verteilt Flüssigkeit manchmal eher, statt sie sauber aufzunehmen
  • Druckerschwärze kann abfärben (Hände, Rahmen)
  • Bei größeren Flächen relativ zeitaufwendig
  • Man braucht trotzdem Tücher, um feuchte Reste aufzunehmen und die Rahmen zu reinigen

Der Plastik-Purist: Nur ein Eimerchen, warmes Wasser und (viele) Mikrofasertücher brauchte ich jahrelang mit dieser Methode. Mit einem in warmem Wasser getränkten und ausgewrungenen Tuch machst du hierfür die Scheibe feucht, damit der Schmutz sich löst. Dann nimmst du das Wasser und den Schmutz mit einem trockenen Mikrofasertuch wieder ab. Funktioniert erstaunlich gut.
Upgrade: Irgendwann habe ich den Purismus aufgegeben und habe Kristall Fensterglanz in kaltes Wasser gegeben. Das hat die Scheibe wirklich sehr gut gereinigt. Auch das ist ein Tipp von meiner Mama. Leider bekommt man das Mittel nur sehr schwer und muss es in den meisten Fällen online beziehen. Lohnt sich aber, wenn man diese Methode nutzen will.

Vorteile dieser Methode:

  • Mikrofasertücher sind sehr effektiv bei Schmutz und Fett
  • Wenig bis keine Schlieren, wenn sauber gearbeitet wird
  • Flexibel: funktioniert auch ohne Reiniger

Nachteile:

  • Man braucht verhältnismäßig viele Tücher, wenn man diese Methode ordentlich anwenden möchte.
  • Hocher Wasserverbrauch, nasse Hände, Tropfen.
  • Tücher müssen wirklich sauber sein, sonst gibt es sofort Streifen.
  • Kann bei großen Flächen anstrengend werden.
  • Ohne Zusatzmittel manchmal nicht stark genug bei hartnäckigem Schmutz.
  • Mehr „Handarbeit“ als andere Methoden.

Der Gear Head:
Seit ein paar Jahren verzichte ich beim Fensterputzen darauf, mich selbst anzustrengen und überlasse den schweißtreibenden Part meinem Kärcher Fensterreiniger (Mein Modell gibt es aktuell nicht zu kaufen, darum verlinke ich ein ähnliches Modell). Das Gerät feuchtet ein angeklettetes Mikrofasertuch mit Wasser und Reiniger aus einem kleinen Reservoir an und vibriert gleichzeitig. Ich muss das vibrierende Gerät nur noch über die Scheibe ziehen, bis auch die hartnäckigsten Fliegensprenkel gelöst sind und muss nicht mehr selbst kratzen und schrubben. Anschließend ziehe ich das Wasser auf dem Fenster mit dem Fenstersauger von Kärcher wieder ab (Mein Modell gibt es aktuell nicht zu kaufen, darum verlinke ich das Nachfolgermodell). Je mehr und je größere Fenster man hat, desto mehr lohnt sich diese Methode. Sie ist absolut ungeeignet für eine kleinere Wohnung mit Sprossenfenstern. Auch hier braucht man Tücher für das Entfernen des groben Schmutzes vorab, um den Abzieher zwischendurch abzuwischen und um nachzupolieren. Außerdem müssen sie gepflegt und gewartet werden. Diese doch eher hochpreisigen Geräte können eine Erleichterung sein, aber sie sind kein Zauberwerkzeug. Ich kann den Fensterreiniger auch nur eingeschränkt empfehlen, denn dies ist aktuell mein zweites Gerät, und beide sind innerhalb kürzester Zeit defekt gewesen. Sie haben irgendwann aufgehört, das Tuch anzufeuchten. Da der Fensterreiniger aber noch vibriert, sprüche ich die Reinigermischung mit einer Sprühflasche auf. Den Fenstersauger empfehle ich aber uneingeschränkt. In meinem Fall lohnt sich der Aufwand, weil ich einfach gern damit putze. Ob das auch bei dir so ist, musst du für dich entscheiden. Einen ausführlichen Bericht findest du HIER.

Vorteile dieser Methode:

  • Deutlich weniger körperlicher Aufwand – kein intensives Schrubben nötig.
  • Geringerer Wasserverbrauch.
  • Weniger Tücher benötigt.
  • Sehr gute Reinigungsleistung, auch bei hartnäckigem Schmutz (z. B. Fliegensprenkel)
  • Schnell bei großen Flächen – besonders bei vielen oder großen Fenstern effizient
  • Gleichmäßiges Ergebnis durch kontrolliertes Abziehen mit dem Sauger
  • Weniger Tropfen und Nacharbeit auf größeren Scheiben

Nachteile:

  • Hohe Anschaffungskosten im Vergleich zu klassischen Methoden
  • Nicht flexibel bei kleinen oder unterteilten Fenstern (z. B. Sprossenfenster)
  • Zusätzlicher Aufwand: Gerät vorbereiten (befüllen, montieren) Reinigung und Pflege nach der Nutzung
  • Fensterreiniger ist anfällig für Defekte.
  • Nicht vollständig autark: Tücher für Vorreinigung, Rahmen und Ränder nötig
  • Abzieher muss zwischendurch gereinigt werden Nachpolieren oft weiterhin erforderlich
  • Unhandlich in Ecken, Kanten und engen Bereichen

Welche Methode sinnvoll ist, hängt am Ende davon, wie viele Fenster man hat und wie viel Aufwand man investieren will.

Ich nutze noch immer den Kärcher WV6 und den KV4 – vor allem bei größeren Flächen spart mir das Mühe. Für kleinere Sachen – wie z.B. einem Vitrinenfenster – greife ich oft einfach zu Mikrofasertüchern.

Den Kristall-Reiniger von damals benutze ich auch noch, komme aber inzwischen genauso gut mit dem von Kärcher klar.

Was ich bewusst nicht mehr nutze, habe ich hier aufgeschrieben. (Link)


Kommentare

Ein Kommentar zu „Fenster putzen ohne Streifen: Was bei mir funktioniert“

  1. Hi, this is a comment.
    To get started with moderating, editing, and deleting comments, please visit the Comments screen in the dashboard.
    Commenter avatars come from Gravatar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert